Risiken bei Diätfehlern

Was tun bei versehentlichen Diätfehlern?

Im Gegensatz zu einer Lebensmittelallergie kommt es bei Zöliakie-/Sprue-Betroffenen, wenn versehentlich etwas Glutenhaltiges gegessen wurde, zu keiner allergischen Überreaktion oder akuten Anfällen. Am häufigsten kommt es bei dem Betroffenen nach einigen Stunden zu Bauchschmerzen und Durchfällen, wobei das Ausmaß bei jedem unterschiedlich sein kann. Ändern kann man den Diätfehler zwar nicht mehr, aber man sollte auf jeden Fall der Sache auf den Grund gehen und prüfen, was und warum „Falsches“ gegessen wurde, um den Fehler in Zukunft vermeiden zu können.

Welche Risiken bestehen bei Nichteinhalten der Diät?

Es ist gut möglich, dass ein Zöliakie- / Sprue-Betroffener nach jahrelanger, strenger glutenfreier Ernährung keine unmittelbaren und offensichtlichen Beschwerden haben wird, wenn er einmal etwas Glutenhaltiges zu sich nimmt. Dies darf jedoch nicht unterschätzt werden, denn selbst geringste Mengen an Gluten verursachen Schäden im Körper, die subjektiv keinerlei Beschwerden verursachen, denn das Gluten setzt erst eine immunologische Reaktion in Gang, während das Abflachen der Darmzotten und damit verbunden das Auftreten der Symptome einige Zeit dauert (kann bis zu mehreren Jahren sein). Aber schon allein diese immunologische Reaktion im Körper eines Zöliakie-/Sprue-Betroffenen erhöht das Risiko, krank zu werden, vor allem an Darmkrebs zu erkranken. Daher immer daran denken: 

Jeder kleinste Diätfehler ist ein Risiko für die eigene Gesundheit!

Die häufigsten Risiken sind insbesondere:

  • Zöliakie-/Sprue-Betroffene haben ein mehr als 10-fach erhöhtes Risiko an Darmkrebs zu erkranken (es handelt sich dabei überwiegend um die sehr seltene Krebsart "Dünndarmlymphom")
  • Schwangere haben ein mehr als 2-fach erhöhtes Risiko Früh- oder Fehlgeburten zu erleiden
  • Unfruchtbarkeit
  • Krankheiten durch Vitamin- und Mineralstoffmangel
  • geschwächtes Immunsystem
  • geringere Lebenserwartung
  • ab dem 35. Lebensjahr besteht ein erhöhtes Osteoporose- und Frakturrisiko
  • Lymphknotenvergrößerung

Diese Risiken gelten nur bei Nichteinhalten der glutenfreien Diät! Unter strenger glutenfreier Diät kann man die Risiken so stark reduzieren, dass z.B. nach etwa 5 Jahren die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken genauso hoch ist wie die der Gesamtbevölkerung! 

Was sind versteckte Diätfehler? 

Auch wenn die Diät konsequent eingehalten wird, kann es doch noch vorkommen, dass man Kleinigkeiten bei den eigenen Lebensgewohnheiten übersieht. Diese sogenannten „versteckten Diätfehler“ können sein:

  1. Im Toaster, Brotkorb, Brotschneidemaschine, Arbeitsplatten, usw. befinden sich noch restliche glutenhaltige Krümel.
  2. Im Frittierfett in der Friteuse befinden sich noch glutenhaltige Reste, z.B. von Panaden, bzw. glutenhaltige Reste befinden sich noch in den Rillen der Friteuse.
  3. Koch-, Brat- oder Backutensilien wurden unzureichend gereinigt, vor allem in den Rillen.
  4. Es wurden alte Koch-, Brat- oder Backutensilien aus Holz verwendet. Im Holz konnte sich leicht Glutenhaltiges von früher festsetzten.
  5. Während des Kochens wurden Kochlöffel vom glutenhaltigen Essen mit dem glutenfreien Essen vertauscht.
  6. Es sind immer wieder glutenhaltige Krümel in einem Nahrungsmittelbehälter, wie z.B. Marmeladenglas oder Margarinenbecher
  7. Es wurden Medikamente eingenommen, die vorher nicht nach Glutenfreiheit überprüft wurden.

Bei Zöliakiebetroffenen kann Gluten nur über die Darmschleimhaut aufgenommen zu Schädigungen führen. Das bedeutet, dass alles was in den Verdauungstrakt gelangt berücksichtigt werden muss. Kosmetika, die nur äußere Anwendung finden, stellen daher kein Problem dar.